Liebe Freunde, liebe Verwandte

Es ist nun über ein Jahr her, dass ich nur noch 50% arbeite. Die Verteilung der 50% auf die 3 Tage Di, Mi, Do hat sich recht gut bewährt. So habe ich ein schön langes Wochenende und kann mir am Morgen Zeit lassen mit ins Büro gehen. Die 3 Tage sind dann aber doch recht gefüllt mit Arbeit, obwohl ich mich nur noch auf Excel-Anwendungen konzentriere. Hauptsächlich auf ein Offerten Tool, das eine komplette Offerte inkl. Brief, Zusammenfassung, Wartungsvertrag, Bestellblätter, interne Gewinnberechnung, alles auf den Kunden angepasst, in deutsch, französisch, italienisch oder englisch und in Franken, Dollar oder Euro automatisch ausspuckt. Und dann kommen auch immer wieder Leute Excel-Rat holen. Dabei kann ich oft auch noch etwas lernen. Es gibt so viele verborgene Möglichkeiten.

An den freien Freitagen und Montagen gabs bis jetzt immer etwas zu tun. Vielleicht wird es dann besser, wenn ich mal ganz pensioniert bin. Eigentlich wäre dies Ende Februar der Fall. Aber im Moment sieht es eher darnach aus, dass sie mich noch etwas länger brauchen. Und dabei habe ich in Frankreich bereits den Wein für das Abschiedsfest eingekauft! Wird halt etwas länger "reifen" müssen.

Nun was passierte sonst so letztes Jahr?

Das Jahr begann mit einem neuen Auto. Neu für mich, es war, wie immer eine Occassion. Und das kam so:

Der Wankelmotor-Mazda von Markus, auf den er so stolz war, musste wider einmal vorgeführt werden. Bereits 17 Jahre alt. Unten an ein paar Stellen Rost und ein Loch im Auspuff. Die Heizung ging auch nicht mehr und ein Rückspiegel war kaputt. Wie üblich, gingen wir mal hin, um zu sehen, was sie beanstanden, statt vorher einen Haufen Geld auszugeben, um dann vielleicht doch nicht mehr durchzukommen. Was wir befürchteten traf ein. Das war dann das Aus für den Mazda.

Ich selbst liebäugelte schon lange, seit er in der Schweiz herauskam, mit dem Toyota Prius. Ein Hybrid-Auto: Benzin und Elektrisch. Damals hiess es aber etwa 3 Jahre Warten, bis Andere den grossen Abschreiber gemacht haben und es günstige Occassionen gibt. Jetzt kam ein neues Modell raus, in den USA zum "Auto des Jahres" gekürt. Das drückt die Occassions-Preise. Also zuschlagen! Zum Glück, die Occassions-Preise haben inzwischen wieder angezogen, weil das neue Modell sehr schnell ein Jahr Lieferfrist hatte.

Markus brauchte sein Auto eher selten. Thomas hatte Keines und musste sich oft Eines ausleihen. Der Nissan Micra ist inzwischen 10 Jahre alt, läuft aber "wie ein Örgeli". Also den Micra für die Beiden. Thomas konnte dort wo er wohnt eine Parkkarte für die blaue Zone lösen. So haben die vielen Parkbussen von Markus erst noch ein Ende. Eine Busse = 40Fr. 1 Monat Parkkarte = 20Fr. Also wäre alle 2 Monate eine Busse drin gelegen. Es waren aber eher 2 pro Monat, wenn nicht mehr. Blaue Zone gibt es auch bei Markus, nur oft gar keine freien Plätze. Thomas wohnt in der Nähe der Uni. Auch für Markus nicht schlecht. (Er studiert Geschichte) Verständigen über momentanen Standort und Benützung tun sie sich per SMS. Und notfalls gibt es ja auch noch den Prius.

Als ich das Auto 2 Tage vor Neujahr gekauft hatte - ein verspätetes Weihnachtsgeschenk an mich selber - hiess es erst einmal warten, da es noch vorgeführt werden musste. Und da waren erst mal die Feiertage, nachher musste die Garage einen Termin bekommen. Mitte Januar hätte ich das Auto abholen können. Statt dessen Telefon: Die Stossdämpfer wurden beanstandet. Einerseits gut, da ich so gratis zu neuen Stossdämpfern kam. Aber eben wieder warten. Nochmals Telefon, dass die Stossdämpfer im Moment nicht lieferbar seien. 2 bis 3 Wochen könne es dauern. Ob da noch grösseres Problem dahinter steckte? Ein Schulfreund aus der Autobranche beruhigte mich, die Lieferfristen für Ersatzteile seien schon seit 2 Jahren ein Problem. Niemand wolle mehr ein Lager anlegen, da angeblich zu teuer. Der Kunde kann (bzw. muss) warten. Lernen heute die jungen Manager so. Motto an ihrem Schreibtisch: "Dein Feind, der Kunde". (Einen Kunden haben sie kaum je mal gesehen)

Prius

Hier der Prius auf seinem der ersten grösseren Ausflug an die Loire:
(Anklicken und das Bild wird grösser)

Erfreulich: Der Prius braucht wirklich wenig Benzin. Bin bereits 16'000 km gefahren. Durchschnitt 5.09 l/100km. Im Stadtverkehr oder Stau nicht mehr wie auf der Landstrasse. Im Winter eher etwas mehr, im Sommer weniger, trotz Klimaanlage. Am Meisten braucht es auf der 7 km kurzen Strecke ins Geschäft, vor Allem im Winter. Auch bei diesem Auto muss der Motor erst mal aufgewärmt werden. Und drinnen habe ich es auch gerne schnell warm.

Wie so ein Hybridantrieb funktioniert sieht man auf:

http://www.hege/Auto/Prius.html

Kurz: Ein Elektromotor leistet aus dem Stand heraus sein optimales Drehmoment, und kann auch ohne zu stottern oder gar abgewürgt zu werden ganz langsam oder gar rückwärts drehen. Er braucht deshalb weder Kupplung, noch Getriebe, noch einen Anlasser. Wartungsfrei ist er auch noch. Bergabwärts, beim Ausrollen und beim Bremsen produziert er gratis Strom für später und wenn er still steht braucht er rein gar nichts.

Typischer Benzinverbrauch

Das Dumme ist nur: Woher den Strom nehmen? Beim Prius treibt ein 1500er Benzinmotor einen Generator. Entweder läuft er im optimalen Bereich - und damit minimalem Benzinverbrauch - oder gar nicht. Überschüssige Energie geht in die Batterie. Das Geniale am Prius ist aber der Lastverteiler. (Ein simples einstufiges Planetengetriebe ohne jegliche Kupplungen) Er erlaubt es, Leistung und Tourenzahl des Benzinmotors beliebig zwischen dem Generator und den Rädern zu verteilen. Das geschieht natürlich alles ohne Dazutun des Fahrers. Je nach Bedarf stehen dann die 78 PS des Benziners und gleichzeitig die 45 PS des Elektromotors zur Verfügung. An die Steckdose muss das Auto nie. Beim neuen Modell hat der Elektromotor sogar 68 PS.

Rechts: Ein typischer Benzinverbrauch, zuerst im Stossverkehr, dann auf der Autobahn mit 100 bis 120 und am Schluss etwas bergabwärts.


Mont Ventoux

Frankreich war dieses Jahr wirklich mein bevorzugtes Reiseziel. Letztes Jahr wollten Markus und ich im Languedoc (Südfrankreich, nahe der spanischen Grenze) Burgruinen der Katharrer besuchen. Am Montag - wir wollten losfahren - war's kalt und regnete. Der Wetterbericht für Südfrankreich verhiess auch nichts Gutes. Die Burgen, bzw. deren Ruinen sind schon seit Jahrhunderten dort. Also konnten sie auch noch etwas länger auf unsere werte Anwesenheit warten. Sie mussten nur 1 Jahr warten.

Erste Station war auf halbem Weg der Mont Ventoux, ein 1900 m hoher Berg in der Provance. Oder eher ein riesiger Sandhaufen (links)


Dann nach Carcassonne. Eine noch intakte mittelalterliche Stadt, wenn auch Vieles renoviert. Mit kompletter doppelter Ringmauer und Türmen. Drinnen viele Geschäfte, Restaurants und 2 Hotels. Siehe Foto. Natürlich viele Touristen, aber fast nur Franzosen und ein wenig Spanier.

Carcassonne

Carcassonne Carcassonne Carcassonne Carcassonne

Dann ging es weiter nach Rennes le chateau. Dort soll früher mal der Pfarrer auf unbekannte Weise zu Geld gekommen sein und hat die Kirche und das ganze Dorf renoviert. Den Schatz hat er nicht seinen Verwandten, sondern seiner Köchin vererbt, die ihn bis ans Lebensende hütete. Dann verliert sich die Spur. Überall wurde nach dem Schatz gegraben, vergeblich. Heute ist jegliches Graben verboten.

Ich habe weder gegraben wollen noch einen Schatz gesucht. Ich fiel ganz einfach auf der Strasse um. Ich erinnere mich nur, dass ich gegen ein Gartentor fiel, mit einem kleinen Treppenabsatz. Ob es mir kurz schlecht wurde, oder ob ich stolperte? Draussen war es über 30°, im Auto nur vielleicht 24. Ob es das war? Oder bin ich auf des ungeteerten Strasse mit meinen Sandalen doch gestolpert?

Jedenfalls war ein Knie recht aufgeschürft und die Nase war betäubt. Nachher stellt ich fest, dass sie nicht mehr so war wie früher. Vor 45 Jahren landete ich mal mit dem Velo auf einem VW und auf der Nase blieb so etwas wie ein Überbein. Ein kleiner Höcker rechts. Er ist weg! Fast der Urzustand, wenn nur nicht links ein kleiner Höcker wäre, allerdings wesentlich kleiner. Trotzdem zeigt das Röntgenbild kein gebrochenes Nasenbein. Immerhin: Ich habe das Gefühl, ich könnte jetzt besser atmen. Vielleicht musste es halt so sein. Hinterher stellte man allerdings auch noch fest, dass sich die neue Zahn-Brücke vom Januar gelockert hat.. Nur an einem Zahn. Am andern hält sie fest und der Zahnarzt kriegt sie nicht raus, so fest hält der Zement. Um den Zahn nicht zu beschädigen muss die Brücke dran glauben. D. h. es braucht eine Neue. Zum Glück bezahlt das die Unfall-Versicherung.

Dann weiter zu den Burgen der Katharrer: Montsegur Markus bestieg den Hügel gleich 2 mal. Am Ankunftstag (strahlender Sonnenschein, ich suchte inzwischen nach einem Hotel und erwischte gerade noch das letzte Zimmer im Dorf) ) und nochmals mit mir am folgenden Morgen (Nebel!)

Es schien so zu bleiben. Den geplanten Abstecher nach Andorra liessen wir unter diesen Umständen bleiben. Statt dessen Richtung Meer. Hätten wir vielleicht besser unterlassen. In der Gegend von Perpignan hat es viele schöne Strände, noch viel mehr Zeltplätze und jede Menge Ferienhäuser. Hotels? Musst du richtig suchen. Sich durch enge belebte Strassen durchzwängen. Wenn es mal irgendwo ein Hotel hat: Alles voll.

Wir landeten dann in einem dieser Budget Hotels ausserhalb Narbonne. Auch hier das letzte Zimmer.

Nächster Tag: Richtung Sete. Wunderschöne Gegend. Aber es windete immer mehr und wurde immer dunkler. Die Leute hat es fast weggeblasen. Markus hatte kein Sitzleder mehr und wir fuhren heim. In den Nachrichten hörten wir, dass es vom Sturm 4 Tote gab.

Eine Reise in den Südwesten der USA hätte mich eigentlich auch gereizt. All die phantastischen Nationalparks wieder einmal erkunden. Und Australien ist auch noch auf meinem Wunschkatalog. Am ehesten mal zur Heuschnupfen-Zeit. Dann ist dort Herbst.

Haus von Heidi (ins Bild klicken und es wird grösser) Morvan (ins Bild klicken und es wird grösser)
Dieses Jahr war halt Frankreich an der Reihe. Schon im Frühjahr ein paar Tage bei Heidi. Hier ein Bild aus dem Morvan, einem Ausläufer des Massiv Central:
Besuch aus dem Ausland: Meine Schwester Ruth aus den USA/Karibik. Da war schon wieder Frankreich angesagt. Ein paar Tage bei Heidi und ein ganz schöner Tagesausflug nach Lindau am Bodensee: Lindau
 

Nun zu Hinterkappelen:

Bei Anni geht es punto Gesundheit nicht schlechter, aber auch nicht besser. Vor Allem die Wetterwechsel merkt sie. Thomas gibt Chemie-Unterreicht an der landwirtschaftlichen Schule in Zollikofen. Markus studiert weiterhin Geschichte an der Uni und Informatik als Nebenfach. Mit seinem eigenen Geschäft (neben dem Studium) lassen die Einnahmen immer noch zu wünschen übrig. Die Kunden sparen wo sie können und mit dem Bezahlen lassen sie sich auch Zeit.

Zum Schluss noch ein Bild aus dem Lötschental. Diesen Herbst anlässlich einer Wanderung gemacht:

Lötschental

Es guets 2005

Hans + Anni

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