München: Eine etwas andere Geschäftsreise

Eine Geschäftsreise der besonderen Art unternahmen wir 8:
Adrian Santschi, Beatrix Rentsch, Corinne Kupferschmid, Erich Herzig, Hans Hege, Heiri Lanz, Leo Bongiovanni, Urs Wymann

Grund: Best Bid Team Q3 / 2002.

Ziel: München mit Abba-Mania im deutschen Theater, Terracotta Ausstellung, Haxnbauer, Bavaria Filmstudios, Viktualienmarkt, Christkindlmarkt, Hofbräuhaus, Haus am Platzl, Lenbach Haus, Valentin-Karlstadt Musäum (ja, schreibt man wirklich so)

Freitag 29. November, 08:17 mit der Eisenbahn ab Bern, 14:00 bereits in München. Die Zeit vergeht nicht im Fluge aber im Zuge, bei einem guten Mittagessen im Speisewagen. Auffallend gerumpelt hat's, wie Einigen von uns auffiel. Die Wagen seien halt noch aus den 60er Jahren, meinte Einer von uns. Immerhin hat's noch einen Speisewagen, im Gegensatz zu den neuen Doppelstöckern. Genau eine Woche später las man in der Zeitung: "Achsbruch beim Speisewagen Zürich - München".
 
 
Was tun mit dem angebrochenen Nachmittag? Das Abba Konzert beginnt erst um 8. In München ist auf dem Olympia-Gelände eine Wander-Ausstellung der Terracotta Soldaten. Eine originalgetreue Nachbildung von über 100 Soldaten aus der Terracotta Armee, die Qin Shihuang, der erste Kaiser von China in seiner monumentalen Grabstätte vor über 2000 Jahren aufgestellt hatte.

Also nichts wie hin, mit der U-Bahn geht’s schnell. Und einen Eindruck von Olympia-Gelände und -Stadion bekommen wir da gleich mit.

Eindrücklich, diese alten Krieger aus gebrannten Lehm
 

Ergänzt werden die originalgrossen Krieger und Pferde durch das Modell der Grabanlage im Maßstab 1:10 mit über 1000 meisterhaften Replikaten, die in China hergestellt wurden
Und hier die neuen Krieger:

Heiri, Hans, Leo, Erich, Bea, Adrian, Urs
und die Fotografin Corinne (nicht sichtbar)

 


 
Dann etwas Essen vor dem Konzert. Leo entpuppte sich als wahrer München-Kenner. Reservation beim Haxnbauer. Zielbewusst lotste uns Leo durch die Gassen dahin. Was gibt’s dort: Haxen, der Name sagt's ja: Vom Schwein, wer's grösser mag, vom Kalb. Stundenlang geschmort, so richtig deftig, wie die Bayern es offensichtlich mögen. Das Bier wird's schon richten, dass alles gut runter rutscht.

Noch kurz 'ne Nachspeise (so heisst das hier), dann aber eilends zurück ins Hotel und ab ins Theater. Es hat gerade noch gereicht.

Abba-Mania: Na ja die Originale waren's nicht, die sind ja bereits in die Jahre gekommen. Aber auch die neuen Abba sangen so wie früher (kein Playback!). 2 mal eine Stunde, ohne auch nur einen einzigen Song zu wiederholen. Ich wusste gar nicht dass es deren so viele gibt. Jetzt weiss ich's.

Für Samstag waren schon 8 Plätze für eine Stadtrundfahrt reserviert. Um dreiviertel 10, das ist 9:45 nach unserer Zeitrechnung. Da hiess es das üppige Frühstücksbuffet zeitig zu verlassen. (Na ja, irgendwann ist der Magen ohnehin voll, nach dem Haxnbauer gestern abend) 1 Stunde Stadtrundfahrt eine weitere Stunde Besichtigung der Bavaria Filmstudios in Geiselgasteig. Schade hatten wir nicht etwas mehr Zeit.

Anschliessend gleich zum Viktualienmarkt. Hier teilten wir uns in 2 Gruppen. Auch für 4 Personen ist es in diesem Gewühl noch schwierig zusammen zu bleiben. Fürs Essen reichte es nicht. An einem der Stände halt eine der Riesen-Brezel für Jeden/Jede. Würg, würg. Wer die Ganze mag.....

Was ist eigentlich ein Viktualienmarkt: Ein richtiger Märit mit allerlei Fressalien, viel Ungewöhnliches und Exotisches. Nicht nur das Auge kommt da auf seine Kosten, sondern ab und zu auch die Nase (Positiv). Und von da ist nur ein paar Schritte zum Christkindlmarkt. So viel zu sehen gibt’s da (nach meinem Dafürhalten) nicht, dafür überall Essen und Trinken. Glühwein und Hirtentrank in extra für den Christkindlmarkt geschaffenen Mugs. 3 Euro "Pfand" für den Mug. Die Meisten schienen auf die 3 Euro Pfand zu verzichten. Der Mug ergänzt dafür in vielen Haushalten das Inventar.

An einem der Stände gab's ganz Besondere in der Form eines Schuhs. Da hätten wir gerne Einige nach Hause gebracht. 1 Runde Hirtentrank, für eine Zweite wollte sich Keine(r) opfern. Also: Unters Publikum mischen, den Leuten tief ins Glas (Mug) schauen und wenn schon fast leer mal fragen, ob sie ihn wirklich behalten wollen. Wenn nein: 3 Euro und Mug wechseln gleichzeitig den Besitzer. 1 mal war's gar ein Geschäft unter Bernern! Überhaupt: was machen da eigentlich die vielen Schweizer in München? Überall sieht, nein hört man sie.

Mit müden Beinen kehren wir ins Hotel zurück. Bald aber winkt das Abendessen. Leo's kulinarisches Münchner-Wissen beschänkt sich nicht nur auf Haxnbauer und Hofbräuhaus. Nein er weiss auch heute ein traditionsreiches Lokal. Das "Haus am Platzl". Reservieren kann man dort nicht. Entweder hat's Platz oder dann halt Keinen, das Wort "Platzl" sagt's eigentlich bereits. Es hatte. Wohl dank der Tatsache, dass wir das Hofbräuhaus ausliessen, auslassen mussten. Es hatte schlichtweg nirgends Platz, für eine 6er-Bande (Corinne und Urs fuhren schon an diesem Abend zurück) schon gar nicht. Nun wir sahen auch so, was da abgeht.

Das Essen war prima. Ein Buffet mit Salaten, Vorspeisen, Hauptspeisen (sogar an Vegetarier wie mich dachte man), Nachspeise. Und das für 13 Euro 50, also 20 Franken.

Wenn man rechnet: Budgetiert hatten wir so um die 60 Fr pro Nase. Rechne: 6 mal 40 Franken gespart. Total also 240 Franken. Da müsste man eigentlich noch weitere Reisen nach München unternehmen und könnte so noch viel mehr sparen. Und sparen müssen wir ja. (Tipp an unser Controlling)

Am Sonntag fuhr unser Zug bereits um 13:54. Was anfangen mit dem Morgen? Eine Gruppe besuchte das Lenbach Haus die Andere das Valentin-Karlstatd Musäum.

Wer kennt ihn nicht, den Karl Valentin (er legte Wert darauf, dass man das V als F ausspricht, man sagt schliesslich auch nicht Wogel), den längst verstorbenen Komiker aus München.

Das hier ist die Eintrittskarte:

Alles klar?
 
 

Über das Lenbach Haus wird uns jetzt Heiri Lanz etwas berichten:

Mit der Eröffnung des Kunstbaus im Jahr 1994 erfuhr das Lenbachhaus eine wesentliche Erweiterung seiner Ausstellungsmöglichkeiten.

Der Kunstbau befindet sich in dem ursprünglich ungenutzten Leerraum, der aus technischen Gründen beim Bau der U-Bahn-Station am Königsplatz über dem eigentlichen Bahnhof entstanden ist

Eingangsansicht des Lenbachhaus Die Städtische Galerie im Lenbachhaus, die Villa des "Malerfürsten" Franz von Lenbach, gründet seinen Ruf als international bedeutendes Museum auf seiner einmaligen Sammlung von Werken des "Blauen Reiters". Daneben kann das Lenbachhaus aber auch einen Einblick in die Münchner Malerei des 19. Jahrhunderts bieten. Nicht zuletzt infolge einer konsequenten Ausstellungstätigkeit auf dem Gebiet aktueller Kunst kam es darüber hinaus in den letzten 20 Jahren zu substantiellen Erwerbungen wesentlicher Vertreter neuer Kunst.

Franz von Lenbach

Franz von Lenbach mit Frau und Töchtern 1903
Die Malerei der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in München war zunächst von den Bestrebungen geleitet, in Abgrenzung zur französisch orientierten Kunst des 18. Jahrhunderts eine nationale deutsche Kunst ins Leben zu rufen. Der Gegensatz zwischen der vom Hof vor allem unter Ludwig I. favorisierten idealistischen Malerei und dem beginnenden bürgerlichen Naturalismus, der im Kunstverein sein Zentrum hatte, wurde dann zum Charakteristikum des Kunstschaffens in München. Peter Cornelius vertrat als Direktor der Akademie die von Ludwig I. besonders geförderte idealistische Historienmalerei, während der Kunstverein sich zum Forum für die Stilleben- und Genremalerei ebenso wie für die Landschaftsmalerei entwickelte, die zur beliebtesten Gattung des bürgerlichen Kunstgeschmacks aufstieg und mit Carl Rottmann schließlich auch Gegenstand öffentlicher Kunstaufträge wurde.

Einige ausgestellte Bilder
 
 

Ausstellungsraum

Altes Zimmer
Franz Marc
Der Tiger
1912
Günter Fruhtrunk
Werke aus der Sammlung und dem Nachlass bis Februar 2003
August Macke
Promenade 
1913
Alexej Jawlensky
Bildnis des Tänzers Alexander Sacharoff
1909
Wassily Kandinsky
Romantische Landschaft
1911

Ja, und nun noch zum Bahnhof und zurück nach Bern. Speisewagen hatte es auf diesem Kurs zwar keinen, aber uns war nach so vielem Essen in München auch gar nicht mehr nach einem Menü zumute.  – Schön war's, dem Management sei Dank für die gute Idee mit dem Preis, der uns zu dieser – eben etwas ungewöhnlichen – Geschäftsreise verführte.

Bericht: Hans Hege
Dank an meine Kollegen/Kolleginnen, für Ihre Ergänzungen

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