Die Expo 2000 in Hannover

so, wie ich sie erlebte


Die Expo 2000 war gar nicht so schlecht wie sie von den Journalisten gemacht wurde. Ich besuchte sie während 2 Tagen und auch gleich noch am ersten Abend nach meiner Ankunft. Bei einigen Pavillons standen sie 45 Minuten an. So beim Finnischen und dem Niederländischen, die beide in der Presse hochgejubelt wurden, also musste sie jedermann sehen. Ich liess es am ersten Tag bleiben und schaute mir diejenigen Pavillons an, wo man nicht anstehen muss.

Am 2. Tag hiess es dann früh aufstehen: um 9 Uhr bei der Toröffnung schon da sein. (Ich war dann allerdings erst um 9:20 dort, halt doch nicht ganz so früh aufgestanden. Immerhin hatte ich ja Ferien!) Machte nichts. Dann aber schnur stracks zum Finnischen Pavillon (Die Pavillons öffnen erst um 9:30). Ich hatte  wohlweislich den nächsten Eingang gewählt, so dass ich schnell dort war. (S-Bahn und Strassenbahnen fahren zu 3 verschiedenen Eingängen) 10 Minuten Wartezeit bei den Finnen, dann 20 bei den Niederländern.

2 Pavillons sind besonders erwähnenswert.

Der schweizer Pavillon drückt im besten Sinne schweizer Sparsamkeit und einen gesunden Geschäftssinn aus: Lothar Sturmholz zu einem Bretterlager aufgeschichtet und am Schluss lässt sich das Ganze erst noch ohne Verlust verkaufen. Wirklich eine tolle Idee. Anstehen musste man auch nicht, da die Bretterbeigen von allen Seiten her zugänglich sind. Allerdings gab es dafür auch kaum etwas zu sehen, ausser eben diese Bretter. Toll wars trotzdem. Erstens herrschte in diesem Holzhaufen ein eigenartiges feuchtes, aber trotzdem angenehm kühles Klima und es duftete förmlich nach Holz. Wenn draussen die Sonne herunter brennt, eine Wohltat.

Der österreichische Pavillon versinnbildlicht österreichische Gemütlichkeit, ja lässt diese am eigenen Körper wohltuend erleben: Ein grosser Raum mit einem weichen Teppich ausgelegt, in dem die Füsse fast versinken. Ab und zu Rondellen aus Leder. Hinlegen, daran anlehnen und die müden Füsse ausruhen. Auf einer Grossleinwand Bilder aus Österreich vorbeiziehen lassen.

Die reichste Nation der Erde (USA) konnte sich keinen Pavillon leisten, hiess es. (Bei den Reichen lernt man sparen, sagte schon meine Grossmutter) Falsch, falsch, falsch: Es war nicht nur Einer, deren 10 warens schon. Alle hatten 2 umgekehrte U's. Zerhackte Tierleichen, zwischen 2 Brötchen eingeklemmt solls dort geben.


Dies ist kein Wald, sondern eines der 6 Stockwerke des niederländischen Pavillons. 6 Verschiedene Landschaftstypen haben die Niederländer übereinander geschichtet.  Die Wurzeln der Bäume stecken ein Stockwerk tiefer in Töpfen.
Klicke auf die Bilder, und sie werden grösser.

Die Ausstellung besteht einerseits aus neu aufgebauten Pavillons, aber auch aus den bereits bestehenden Messehallen. Dies war sicher eine optimale Lösung, vor allem von den Kosten her. Trotzdem machen sie Defizit! 40 Millionen Besucher erwarteten sie ursprünglich. Auf 25 Millionen haben sie die Erwartungen reduziert. 18 warens dann. Wie lange hätte man wohl bei 40 Millionen anstehen müssen?

Ach ja die schweizer Expo: Die werden wohl noch grössere Defizite einfahren. Die haben ja nicht einmal Land, geschweige denn schon bestehende Hallen. Nein, Pfähle müssen sie noch in die Seen rammen, damit sie erst mal etwas aufstellen können. Und nachher wird alles wider abgerissen. Da hätten sie eigentlich in Hannoer etwas lernen können, nicht nur vom Schweizer Pavillon.

Noch etwas lernte ich in einem Pavillon (ich weiss nicht mehr welcher):
Aryabhatta fand bereits 476 nach Christus heraus, dass die Erde Rund ist
und bestimmte auch Pi als ca. 1.1416.
Und da verbranntem man Galileo Galilei Jahrhunderte später für etwas, das eigentlich schon lange bekannt war.


Das hier ist nicht in der Wüste, sondern der Pavillon der arabischen Emirate:


Und das noch den Pavillion-Teil der Expo von oben:



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